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Eine hohe kulturelle Diversität unter Patientinnen und Patienten stellt die klinische Forschung, als auch die Gesundheitssysteme mitunter vor große Herausforderungen. Die Befundlage hinsichtlich der Prävalenzen psychischer Störungen in der Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland weist auf einen Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung hin, welcher mindestens ebenso hoch ist wie in der deutschen Bevölkerung (Glaesmer, Wittig, Brähler, Martin, Mewes & Rief, 2009; von Lersner, Elbert & Neuner, 2008). Geflüchtete stellen hierbei eine Untergruppe mit besonders hohem Behandlungsbedarf dar (Gäbel et al., 2006; Niklewski et al., 2012). In Hinblick auf Inanspruchnahmeverhalten und Versorgung zeigt sich in der Praxis jedoch eine defizitäre psychosoziale Versorgungslage für Patienten aus anderen Kulturen in Deutschland (Odening et al., 2013; Machleidt, Behrens, Ziegenbein & Callies, 2007). Auch in der Forschung der Klinischen Psychologie waren Fragen zu Migration, Kultur und psychischer Gesundheit lange unterrepräsentiert und sind es vielerorts bis heute.

Fragestellungen der transkulturellen klinischen Psychologie schließen die Grundlagenforschung zu psychischen Phänomenen ebenso ein wie die Versorgungsforschung, die Therapieforschung und die Ausbildung künftiger Psychologen und Psychotherapeuten.

Die genannten Themenfelder zeigen auf, dass die Transkulturelle Psychologie und Psychotherapie ein Gebiet von großer wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz ist. Sowohl in Hinblick auf Migranten in der Bevölkerung, als auch auf die große Zahl Geflüchteter bedarf es aus unserer Sicht neuer Forschungsimpulse und eines Diskurses sowohl innerhalb der Fachgruppe, als auch in der Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen könnte mit einer solchen Gruppe zu einem gewissen Teil auch ein politisches Signal gesetzt werden dahingehend, dass die Fachgruppe auf gesellschaftliche Entwicklungen reagiert und Lösungsansätze innerhalb des Faches entwickelt.

Die Ziele der Interessengruppe sind:

  • Schaffung einer wissenschaftlichen Plattform für transkulturell arbeitende Klinische Psychologen in Forschung und Praxis
  • Organisation von wissenschaftlichen Symposien und Fortbildungsveranstaltungen
  • Durchführung bzw. Begleitung von kultursensitiver Interventionsforschung
  • Politische Sichtbarkeit innerhalb der Fachgruppe, jedoch auch gegenüber anderen Fachverbänden und in der Öffentlichkeit
  • Verfassung von Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Fragestellungen zu Migration und psychischer Gesundheit
  • Verankerung von Veranstaltungen zur Transkulturellen Psychologie in der Ausbildung von Psychologischen Psychotherapeuten

 

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